Leo goes to … Düsseldorf!

Düsseldorf: Landeshauptstadt, Königsallee, Abercrombie und Karneval. Oder? Was hat die Stadt, die für die diesjährige Leo-goes-to Fahrt gewählt wurde, außerdem noch zu bieten?

Galileo zeigt euch, warum ihr mit eurer Wahl goldrichtig liegt und was ihr in Düsseldorf auf keinen Fall verpassen dürft!

Zunächst wurde Düsseldorf bereits mehrmals als Stadt mit besonders hoher Lebensqualität ausgezeichnet und gilt (nicht nur innerhalb Deutschlands) als „Konsummetropole“. Neben Politik und Verwaltung sind außerdem vor allem Mode, Architektur und Kunst die Bereiche, die Düsseldorf prägen.

Für Kunstinteressierte (oder –begeisterte und natürlich auch alle anderen!) bietet Düsseldorf daher zahlreiche Möglichkeiten; eine davon ist das K20. In der „Kunstsammlung Nordrhein Westfalen“ wird Kunst des 20. Jahrhundertes vor allem aus Westeuropa und Amerika ausgestellt. Hier findet man z.B. Werke von Henri Matisse, Pablo Picasso oder Jackson Pollock; auch Maler aus Düsseldorf wie Joseph Beuys oder Jörg Immendorff sind vertreten. Wer sich eher für moderne Kunst interessiert, findet im K21, einer Dependance des K20 Kunst ab 1980 und dem 21. Jhd.

Ebenfalls modern ist die sogenannte KIT– Kunst im Tunnel: Unter der Erde zwischen gewöhnlichen Autotunneln befindet sich dieser einzigartige Ausstellungsraum, wo z.B. vor allem junge Künstler und Studenten die Möglichkeit haben ihre Arbeiten zu präsentieren.

Es gibt aber noch viele, viele weitere Möglichkeiten Kunst in dieser Stadt zu erleben: Düsseldorf beherbergt zahlreiche Galerien und Kunstateliers – gerade für moderne Kunst- sowie die renommierte Kunstakademie, die aber leider nur selten ihre Türen für Besucher öffnet. Mit etwas Glück allerdings, kann man in der Akademie-Galerie die Werke erfolgreicher Absolventen sowie einiger Professoren der Akademie bewundern.

Auch von außen beeindruckend: Das K21 im Ständehaus
(Foto: http://en.wikipedia.org/wiki/File:K21_Staendehaus.jpg)

Klassisch für Düsseldorf ist – natürlich! – auch die Königsallee. Zum Shoppen oder (vielleicht eher nur) zum Gucken findet man auf der Kö zahlreiche (Designer)Läden– aber auch Geschäfte wie Zara oder cos. Etwas ausgefallenere Läden gibt es in Flingern, dem kreativen „In- viertel“ von Düsseldorf; hier findet man (deutlich preiswerter als auf der Kö) vor allem kleine Lädchen und originelle Boutiquen und Cafés (wer genaueres wissen möchte: alle wichtigen Adressen gibt es auf www.kaufhaus-flingern.com).

Trägt ihren Namen zu Recht: die Königsallee
(Foto: http://www.hoeckmann.de/travelling/rheinland/duesseldorf-120.htm)

Weniger Klamotten, ansonsten aber (fast) alles was das Herz begehrt, bietet der Wochenmarkt auf dem Carlsplatz. Es ist der einzige deutsche Wochenmarkt der an sechs Tagen die Woche geöffnet hat und an den zahlreichen Ständen gibt es verschiedene Leckereien und hochwertige Lebensmittel zu kaufen.

Wer gerne japanisch isst, sollte sich in der Immermannstraße umschauen, dem japanischen Zentrum in Düsseldorf. In Düsseldorf lebt die größte japanische Gemeinde Deutschlands und rund um die Immermannstrße findet man zahlreiche japanische Restaurants und Sushi-Läden; im Düsseldorfer Nordpark gibt es außerdem einen japanischen Garten, sowie etwas außerhalb das EKO Haus (ein buddhistischer Tempel mit Zen-Garten).

Zur Entspannung lohnt sich ein Besuch im botanischen Garten (mit vielen heimischen und exotischen Pflanzen) oder einem der anderen zahlreichen Parks (z.B. der Südpark).

Für alle Tierliebhaber und Naturkundefreaks ist der Aquazoo Löbbecke genau das Richtige. Hier werden Zoo und Naturkundemuseum kombiniert; neben den über 400 lebenden Tieren gibt es auch viele Schautafeln, Fossilien und andere Exponate um z.B. über verschiedene Lebensräume, Artenschutz oder Verhaltensweisen der Tiere zu informieren.

Weitere spannende Museen in Düsseldorf sind z.B. das Filmmuseum, wo die Geschichte des Films sowie verschiedene Filmprojekte vorgestellt werden, oder das Goethe Museum mit über 35000 Exponaten über das Leben und Werk Goethes.

Rheinuferpromenade
(Foto: Düsseldorf Marketing & Toirismus GMbH)

Neben den zahlreichen Museen bietet Düsseldorf aber auch eine schöne mittelalterliche (leider aber sehr touristische) Altstadt mit vielen alten Kirchen, von wo aus man über die Rheinpromenade bis zum sogenannten Medienhafen schlendern kann.

Hier haben zahlreiche Unternehmen aus der Medienbranche (darunter der WDR) ihren Sitz. Der Medienhafen ist aber aber allein schon wegen seiner sehr modernen Architketur einen Besuch wert. Das Haus vor dem Wind, das Port Event Center, die alte Mälzerei oder das Colorium sind allesamt spektakuläre Gebäude, die von zum Großteil preisgekrönten Architekten entworfen wurden. Auch der 240m hohe Rheinturm sowie der Landtag befinden sich in unmittelbarer Nähe des Medienhafens.

Großstadtflair: Das Colorium im Medienhafen
(Foto: http://www.duesseldorf2011.de/schmuckstuck-medienhafen-dusseldorf.html)

Ihr seht: Düsseldorf hat viele Facetten und für jeden etwas zu bieten. Schon bald habt ihr die Gelegenheit euch selbst davon zu überzeugen wenn es heißt: „Leo goes to…Düsseldorf!“

Antonia Vehrkamp

 

 

 

 

 

 

Hier schlägt der Puls des Ruhrgebiets – Essen

Von der Essener-Nordstadt bis zum Baldeneysee im Süden sind es mit dem Auto nur gut 20 Minuten, doch zwischen diesen zwei Plätzen liegen Welten.

Die Nordstadt mit ihrem rauen Charme, einer teils ehemaligen Arbeitersiedlung, gehört ebenso wie die Villa Hügel mit dem benachbarten Naherholungsgebiet Baldeneysee zu Essen.

Essen verkörpert genau wie weitere Städte im Ruhrgebiet den typischen Eindruck von Zechensiedlungen und Maloche.

Stahl und Kohle sind die Standbeine Essens gewesen und sind sie teilweise auch heute noch. Niemand prägte die Stadt so, wie Gründervater Alfred Krupp. Ihm ist es zu verdanken, dass die Industrielle-Revolution hier regelrecht einschlug und eine der führenden Produktionsstandorte in Deutschland wurde.

2010 machte Essen als „Kulturhauptstadt“ für das Ruhrgebiets auf sich aufmerksam. Heute zu Tage ist Essen eine weltoffene Stadt und bildet zusammen mit Duisburg die Universität Duisburg-Essen. Das Charisma der Ruhrpöttler, so wie die Menschen im Pott(Ruhrgebiet) auch beiläufig genannt werden, lädt junge Leute immer herzlich zu sich in die Region ein.

Berlin hat das Brandenburger Tor, München die Wiesn, Hamburg die Alster und Essen…?

Dass der erste Gedanke typischerweise an die Zeche Zollverein geht ist einem nicht zu verübeln, aber Essen bietet auf den zweiten Blick mehr.

Zeche Zollverein:

Kein anderes, für das Ruhrgebiet so typische Gebäude, kommt einem so in den Sinn, wie die Zeche Zollverein. Das markante Doppelbock-Fördergerüst, im rost-braun mit einer Höhe von 55 Metern, zeigt dem Besucher schon aus der Ferne den Weg. Heute ist der Slogan der Stiftung Zollverein – Erhalt durch Umnutzung! Seit dem Beitritt zum UNESCO Welterbe, im Jahr 2001, hat sich auf Zollverein viel getan. Dieser Leitgedanke spiegelt genau das Denken von Zollverein wieder: es möchte ein direkter Umgang mit der Geschichte geschaffen werden, in Form eines offenen Besucherzentrums. – Ebenso soll aber die Einzigartigkeit und Authentizität Zollvereins nicht in den Hintergrund gerückt werden! Die Idee, ist eine sinnvolle Einbindung in das öffentliche Leben und seine Umwelt. Ein Symbol für die Industriekultur im Ruhrgebiet.

Die Krupps:

Alfred Krupp ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Essen. Er und seine Familie verhalfen der Stadt Essen zum wirtschaftlichen Aufschwung.

Krupp führte sein Gussstahlunternehmen zum damals größten in ganz Europa hervor. Als Zeichen der Macht und des Reichtums thront die Villa Hügel im Essener Stadtteil Bredeney oberhalb des Ruhrtals. Auf 8100 m² bietet sie dem Besucher ausreichend Platz um etwas über die Familiendynastie und die Wohnkultur der Gründerzeit zu erfahren. Um die Villa herum befindet sich der „Kruppsche-Hügelpark“. Unterhalb davon schließt sich das Naherholungsgebiet rund um den Baldeneysee an.

Die Lichtburg:

Die Lichtburg beherbergt den größten Kinosaal (1250 Plätze) Deutschlands und befindet sich in der Innenstadt Essens. Es ist eines der noch sehr gut erhaltenen „alten Kinos“. Mit seinem Charme lockt es schon seit 1928 die Menschen in seine Vorstellungen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Laurenz Tegethoff

Münster – Fahrräder, Tatort, Studenten und noch vieles mehr…

Wer durch Münsters Innenstadt geht, dem fallen als Erstes zwei Dinge auf: Erstens: Überall Fahrräder! Zweitens: An jeder Ecke steht eine Kirche!
Genau das ist die Gegensätzlichkeit der Stadt – die katholische Religion hat hier großen (eher konservativen) Einfluss, andererseits ist Münster dank der
Westfälischen Wilhelms-Universität, die die Räumlichkeiten des Schlosses nutzt, eine junge, dynamische Stadt voll von Studenten. Von denen die meisten mit dem Fahrrad unterwegs sind, denn durch die Nähe zu Holland ist Münster sehr flach. Wer einmal am Bremer Platz hinter dem Hauptbahnhof ist, vor dem liegt ein echtes Meer aus Fahrrädern, obwohl auf der anderen Seite des Gebäudes ein Parkhaus nur für Fahrräder vorhanden ist.

"Münster - die Fahrradstadt"
„Münster – die Fahrradstadt“… (Foto: Lea Knoff)

… wie man sieht, ist das kein Vorurteil.     (Foto: http://jellylorum66.blogspot.de/2010/08/in-munster.html)

Wir kennen die Fahrrad- und Studentenstadt v.a. aus dem beliebten Tatort und auch durch das Hin und Her und die heikle Diskussion um die Namensänderung des Hindenburgplatzes (wegen der Umstrittenheit des Namensgebers), die vor einigen Wochen auch in den überregionalen Zeitungen Thema war.

Als Ausflugsziel bietet euch Münster über das ganze Jahr verteilt verschiedene größere Veranstaltungen, u.a. Konzerte, Partys, Messen und Events in der 11.000 Personen fassenden Halle Münsterland, dreimal jährlich den Send, die mit 40.000 qm größte Kirmes im Münsterland und natürlich den Weihnachtsmarkt, der „alle Jahre wieder“ die Stadt mit Weihnachtsstimmung erfüllt. Auch an Karneval ist die Stadt einen Besuch wert, wenn es scheint als wären alle 292.000 Bewohner verkleidet und fröhlich feiernd in der überfüllten Innenstadt unterwegs.

 

 

 

(Foto: Lea Knoff)

Nicht nur die international erfolgreiche Schauspielerin Franka Potente (Lola rennt, Die Bourne Identität, Dr. House) und Günther Jauch (Wer wird Millionär?) kommen aus Münster, sondern auch eine der wichtigsten deutschen Dichterinnen, Annette von Droste-Hülshoff, sowie die Künstler Otto Modersohn und Otto Pankok lebten in oder bei der Stadt. Das Geburts- und Wohnhaus der Annette von Droste-Hülhoff kann man besichtigen.
Im Friedenssaal am Prinzipalmarkt fand ein geschichtlich bedeutendes Ereignis statt: Hier wurde 1648 der
Westfälische Frieden geschlossen, der den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendete.

Innenstadt Münster

Bekannt ist auch Münsters Vergangenheit in den 1530er-Jahren, als die radikale und grausame christliche Sekte der Wiedertäufer die Stadt beherrschte, wobei sie die Apokalypse verkündete, die Bevölkerung unterdrückte, die schließlich auch an einer Hungersnot litt, und zahlreiche Menschen, v.a. politische Gegner, hinrichtete. Die Anführer der Glaubensbewegung wurden letztendlich, nach der Befreiung der Stadt, getötet (öffentlich und auf eine Weise, die ich jetzt hier nicht weiter ausführen möchte) und in Käfigen hoch oben am Turm der Lambertikirche aufgehängt, den Vögeln zum Fraß. Die Käfige hängen dort noch heute, daher der in der regionalen Bevölkerung gebräuchliche Name „Käfig-Kirche“. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der Dom, auf dessen Vorplatz der Wochenmarkt stattfindet. Auch der Münsteraner Kardinal von Galen, der in der Zeit des Dritten Reichs Widerstand gegen die Nationalsozialisten organisierte, ist sehr bekannt.
Für geschichtlich interessierte bietet das Stadtmuseum (Salzstraße, Innenstadt) vom 20. November 2012 bis zum 1. April 2013 die Ausstellung „Anpassung – Überleben – Widerstand. Künstler im Nationalsozialismus“ an, es gibt auch die Möglichkeit, den „Geschichtsort“
Villa ten Hompel zu besuchen. Das Gebäude war unter Hitler Sitz der Ordnungspolizei, d.h. hier wurden Wachmannschaften für die Deportationszüge in die Vernichtungslager gestellt, sowie das Aufsichtspersonal für die so genannten Arbeitserziehungslager und mindestens 22 Polizeibataillonen, die später massiv an den Morden an der jüdischen Bevölkerung Osteuropas beteiligt waren.

Stadttheater Münster
(Foto: http://www.theater-muenster.com)

Kulturell hat Münster immerhin vier Theater zu bieten. Die vielfältigste Auswahl an Schauspiel, Musik- und Tanztheater, sowohl modern-experimentellen als auch klassischen Inszenierungen, auf zwei Bühnen bietet euch das Stadttheater, am Bült in der Nähe des Hauptbahnhofs. Kunstinteressierte können die Kunsthalle Münster, das Kunsthaus Kannen oder das Picasso-Museum (mitten in der Innenstadt, daher leicht zu erreichen) besuchen, das rund um Picasso, seine Zeitgenossen und Künstlerfreunde ausstellt.

Sehenswert sind auch der sehr schöne und bekannte Prinzipalmarkt (s. Foto), der Botanische Garten und der Aasee, an dem im Sommer gegrillt, gefeiert und auf dem gesegelt wird, während er im Winter zum Eislaufen genutzt wird. Wenn der See mal nicht gefroren ist, kann man von Herbst bis Frühling die große Eishalle besuchen. Beliebt sind auch die Altstadt (mit vielen Studentenkneipen), der Hafen, wo man sehr schön am Wasser sitzen kann, und die Promenade, fleißig genutzt von zahlreichen Joggern und Fahrradfahrern. Als Freizeitmöglichkeiten bieten sich außerdem der Allwetterzoo an, oder eine Kanutour auf der Werse – für alle, die mal Ruhe und Natur genießen wollen.

– Und danach lecker und preisgünstig etwas in der Innenstadt essen – ich empfehle euch sehr „Bar Celona“ in der Stubengasse (köstliche hauchdünne Pizza, Riesen-Nachtischauswahl) und „Extrablatt“ (dreimal in der Innenstadt, probiert die Wraps!).
Mit Shoppen könnte man in Münster mindestens den ganzen Tag verbringen… Ein Muss sind die „Insider-Tipps“ wie das
Ton sur Ton-Outlet, Kauf Dich Glücklich oder Old Daddy (Kleidung), Nanu Nana und Luftschloss (für kreative Geister). Natürlich findet man auch immer etwas Schönes in bekannteren Geschäften wie Mango, Zara, Konplott, Acessorize, Vero Moda, Görtz und cos. Oder bei Titus, der beliebten Ladenkette für Skaterkleidung, die hier in Münster gegründet wurde. Poertgen Herder, einen Buchladen mit großer und sehr guter Auswahl, findet ihr in der Salzstraße, einer der Haupteinkaufsstraßen in der Innenstadt.

Fazit unserer Redaktion: Münster ist vielseitig und lohnt sich für einen Wochenendausflug – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Lea Knoff

 

Fun Fact:

Seit 2004 darf sich die Stadt Münster „Lebenswerteste Stadt der Welt“ nennen, worauf sie übrigens auch sehr stolz zu sein scheint – sie wirbt kräftig mit diesem beeindruckenden Titel. Die Stadt gewann beim kanadischen LivCom-Award Gold in der Kategorie der Städte mit 200 000 bis 750 000 Einwohnern und ließ dabei beispielsweise Seattle (USA) hinter sich. Die Studentenstadt erhielt in allen fünf geforderten Kriterien die höchstmögliche Bewertung: Verbesserung der Landschaft, Gestaltung des historischen Erbes, Umweltbewusstes Leben, Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger und Integrierte Zukunftsplanung.

 

Museen in Münster:

Picasso-Museum.   Stadtmuseum.   Museum für Lackkunst.   Westfälisches Landesmuseum für Naturkunde mit Planetarium.   Geomuseum der Universität Münster.   Bibelmuseum der WWU.   Freilichtmuseum Mühlenhof.   Westpreußisches Landesmuseum.   Geschichtsort Villa ten Hompel

Vollversammlung entscheidet über „Leo-goes-to“-Ziel – Profile von allen drei Städten

Mancher hält das Glas für halb voll, manch anderer für halb leer. Was die „Leo-goes-to“-Fahrt angeht, ist es wohl am ehesten zu einem Drittel voll. In drei Städte gleichzeitig fahren konnte man schließlich nicht – leider, wie die von unserer Redaktion zusammengestellten Städteprofile zeigen.

Die Schüler haben entschieden. Dieses Schuljahr wird es heißen: „Leo goes to Düsseldorf“. Am Montag der vorletzten Woche hatte die SV eine Vollversammlung für die Sekundarstufe I in der vierten und eine für die Sekundarstufe II in der fünften Stunde einberufen.

In diesen wurde zunächst auf eine angedachte Kooperation mit der Firma „Lebens(t)raum“ zur Schulhofumgestaltung und auf die am 19. November um 19:00 Uhr stattfindende LeoVision hingewiesen. Bei diesem Diskussionsforum sollte es um Themen wie die Außenpräsentation der Schule, den Ganztag und das Leitbild des Leos gehen.

Den wichtigsten Teil der Veranstaltung machte aber die sehr anschauliche Präsentation der drei Städte, die die SV als Vorauswahl für die „Leo-goes-to“-Fahrt vorstellte, aus. Warum die Mehrheit sich nun für Düsseldorf vor Essen und Münster entschied, ist wohl nicht eindeutig zu klären. Wichtig war den Schülern die Zugfahrt, die nach Düsseldorf länger als in die anderen beiden Städte angesetzt war. Für viele ist die Fahrt im Sonderzug mit mehr als zehn Wagons das Highlight der Veranstaltung – der Weg scheint das Ziel zu sein. Wir von GaliLEO hatten vor der Vollversammlung bereits etwas recherchiert und waren uns einig, dass alle drei Städte jeweils ein tolles Ziel mit spannenden Attraktionen gewesen wären. Deshalb stellen wir hier alle drei Städte noch einmal im Profil vor. Auf Düsseldorf kann man sich auf jeden Fall ganz besonders freuen, so viel schon einmal vorab. Doch auch ein Besuch von Essen oder Münster würde sich in jedem Fall lohnen, ob mit Freunden oder Familie, ob zum Feiern oder für das Kulturerlebnis…

Malte Leimbach

„Ich war überrascht, dass so viele das LEO mitgestalten wollen“

Und ab sofort wird auch er ordentlich mitmischen. Hoffentlich – denn Herr Herrmuth ist neuer stellvertretender Schulleiter am Leopoldinum. Seit Beginn des Schuljahres hat er sein Büro direkt neben dem Sekretariat bezogen von wo aus er in Zukunft zusammen mit Frau Posselt überlegt, was an unserer Schule so passieren soll. Herr Herrmuth wurde am 17.6.1971 geboren und unterrichtete bisher am Gymnasium Barntrup. Gänzlich unbekannt ist ihm das Leo aber nicht- 2001 war er hier bereits für ein halbes Jahr als Lehrer tätig. Wir freuen uns also, dass er (wieder) da ist; Galileo hat sich mit ihm getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt…

Herr Herrmuth, was wollten sie als kleines Kind werden?

 (überlegt) Als ganz kleines Kind wollte ich immer genau das werden, was mein Vater machte und der ist Bauer. Das war mein großer Traum.

Und warum sind sie dann letztendlich nicht Bauer, sondern Lehrer geworden?

Bauer durfte ich leider nicht werden, das sah die Familientradition so nicht vor. Ich hatte ja  einen älteren Bruder und es war alles sehr streng geregelt, dass alle ältesten Söhne genau das machen was der Vater macht. Darum hießen die auch alle schon Christian, so seit 400 Jahren glaube ich.

Also kommen sie vom Land…?

Naja, also so ganz „Land“ ist es nicht, eher eine ländliche Ecke (lacht). Und da war es ja schon klar, dass ich leider nicht Bauer werden konnte und dann musste ich mir etwas anderes suchen. Da wollte ich eben unbedingt Lehrer werden. Komischerweise war mir das schon relativ früh klar, bloß hatte ich zuerst noch ganz andere Fächer im Kopf. Ich wollte unbedingt Religion unterrichten, habe auch knapp 2 Jahre Religion studiert, mich dann aber doch noch umentschieden für Mathematik, Sozialwissenschaften und Pädagogik.

Was ist für sie das Besondere am Leo, gibt es etwas das anders ist als an anderen Schulen?

Ich war sehr positiv überrascht, dass es hier so viele Leute gibt, die das Leo mit gestalten wollen. So ein Engagement, von allen Seiten her, das kannte ich nicht. Ich kam zum Beispiel in meine 8. Klasse und die hatten gleich ganz viele Dinge und Ideen, die sie umsetzen wollen. Das habe ich als sehr positiv empfunden! Bei den Eltern  habe ich dasselbe wahrgenommen. In der Lehrerschaft, wo ich ja noch nicht so viele kenne, hat es mich angenehm überrascht, wie nett und entgegenkommend  mir gegenüber alle waren. Insgesamt gefällt mir, dass einfach  so viele Leute nachfragen und mit überlegen, zum Beispiel wie wir die Anmeldezahlen steigern oder die Schule nach außen hin besser präsentieren können. Das ist schon etwas Besonderes am Leo.

Gab es denn auch eine negative Überraschung?

Negative? – Nein, die hatte ich noch nicht. Es sei denn Sie sagen mir jetzt etwas und dann will ich das plötzlich nicht mehr so haben (lacht). Für mich rein persönlich war es ein großer Schritt, dass man hier jetzt viel mehr auch in der Öffentlichkeit steht, das ist aber nichts Negatives, sondern einfache eine Erfahrung, die ich vorher so noch nicht gemacht hatte.

Wo sehen sie eher ihren Aufgabenschwerpunkt, als Lehrer oder als stellvertretender Schulleiter?

Ich finde das kann man nicht wirklich trennen. Momentan habe ich sehr viel mit Verwalten, Organisieren  und Gesprächen mit allen möglichen Leuten zu tun. Das war vorher eher nicht so.

Wie sieht für Sie eine gelungene Unterrichtsstunde aus?

(lacht) Ein Patentrezept!? –Kann ich leider nicht geben, das kann ja ganz unterschiedlich sein. Ich finde es immer schön, wenn Viele am Ende etwas für sich persönlich mitgenommen haben und den Sinn und Zweck einer Stunde erkennen. So nach dem Motto: Ich habe etwas gelernt, was mich anders über Sachen denken lässt. Ich persönlich finde auch immer ganz gut wenn man zwischendurch mal gelacht hat, aber das ist eine andere Sache. Und jetzt schreiben Sie bitte nicht man muss immer viel lachen, damit es eine gute Stunde ist!

Ich glaube das verstehen unsere Leser schon richtig!

Zum Schluss möchten wir eine kleine Schnellfragerunde mit Ihnen machen. Wir würden von Ihnen gerne jeweils 3 Dinge wissen …

 … die sie an ihrem Beruf mögen:

Die Menschen,

viel Selbstbestimmung

und den Austausch.

…die sie an ihrem Beruf nicht so mögen:

Die andere Seite eben, die Fremdbestimmung, dass man Sachen gerne anders  machen würde aber es nicht darf,

Aktenberge

Mehr fällt mir leider nicht ein, die zwei Dinge müssen reichen.

…die sie am Leo gerne  ändern möchten:

Das Angebot des Ganztags, für die Schüler die neu kommen, ich glaube, dass das verändert und verbessert werden kann.

Dann glaube ich, dass man noch, mehr auf die Stärken und die vorhandenen Kompetenzen der Schüler eingehen kann indem man sie noch stärker an vielen Sachen beteiligt.

Außerdem habe ich wahrgenommen, dass viele mit der Raumsituation unzufrieden sind. Ich glaube, dass man da vielleicht auch etwas ändern sollte. Wie es genau aussieht weiß ich noch nicht, da gibt es kein Patentrezept, aber ein Beispiel wäre hierbei natürlich dass jede Stufe der Oberstufe einen eigenen Raum bekommt. Das wäre mir wichtig, dass das besser funktioniert.

Vielen Dank, dass sie sich die Zeit für uns genommen haben.

Ich bedanke mich.

(Das Interview führten Natalie Scholder und Antonia Vehrkamp)

Die Lehrerpause: Die angefragte Seite passt nicht zu deinem Thema. Kolumne der Schülerzeitung GaliLeo

Es sind zweifelsohne die großen Duelle, die seit jeher Faszination und Begeisterung der Menschen nach sich ziehen.

Doch ob David gegen Goliath, Asterix und Obelix gegen Caesar oder Obama gegen Romney, sie alle verblassen gegen die Schlacht, die das LeoLernZentrum zur Zeit erschüttert:

Youtube und Co. gegen den Schulfilter Time for Kids. Auf der einen Seite Schüler, Tricks und Verzweiflung, auf der anderen „Die angefragte Seite passt nicht zu deinem Thema.“

Eine Entscheidung steht aber noch aus: Denn so unerbittlich und unnachgiebig wie der Schulfilter sind die Schüler. Pause für Pause.

Nächstes Mal bei GaliLEO:

weitere ultimative Duelle – Brandschutz vs. Denkmalschutz und Schulleitung vs. Stadt Detmold

SV diskutiert mit neuem stellvertretenden Schulleiter – Seminar bietet positiven Impuls für neues Schuljahr

Er machte einen netten und kompetenten Eindruck. Schon durch die Tatsache, dass er sich überhaupt den vielen Fragen der Schüler stellte, schaffte eine allgemein zufriedene Stimmung. Dieser Mann wird frischen Wind hereinbringen. Dazu scheint er sich durchaus für die Interessen der Schüler zu interessieren und wirkt sehr kommunikativ.

Das war der allgemeine Eindruck, den der vorraussichtlich zukünftige stellvertretende Schulleiter des Leos, Herr Herrmuth, hinterließ, als er an einem Dienstagabend nach Bösingfeld eingeladen wurde, um auf dem SV-Seminar mit den Klassen- und Stufensprechern, sowie den SV-Mitgliedern zu diskutieren. Im CVJM-Heim hatte sich die Schülervertretung am 11. und 12. September einquartiert, um dort in zahlreichen Workshops die Aktionen für das bevorstehende Schuljahr zu planen. Einer davon hatte eben auch diese Diskussionsrunde mit Herrn Herrmuth organisiert, damit die Schüler sich einmal ein Bild von ihm machen konnten. Insgesamt ist das SV-Seminar sehr positiv aufgenommen worden, was sich in der abschließenden Feedback-Runde zeigte.

Wie jedes Jahr beim SV-Seminar wurden auch dieses Mal wieder die Klassensprecher der Unterstufe über ihre Rechte und Pflichten informiert und erhielten somit einen ersten Einblick in die Schulpolitik.

Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit der Schulhofgestaltung und erarbeitete einen konkreten Entwurf, wie man die Grünfläche, die neben der Realschule an den „Turm“ angrenzt mit Sitzgelegenheiten kreativ gestalten könnte. Diesen Entwurf schickte die SV Ende September bei einem Wettbewerb ein, bei dem das Leo im Optimalfall bis zu 5000 Euro als Unterstützung für die Umgestaltung dieses Schulhofteils gewinnen könnte. Der Entwurf ist für alle Schüler im SV-Raum einsehbar.

Wiederum ein anderer Workshop erarbeitete Ideen dazu, Politiker aus Land- oder Bundestag bzw. Vertreter von Jugendparteien einzuladen, um den Schülern so ein Diskussionsforum zu bieten.

Außerdem gab es auf dem Seminar konkrete Planungen für die Anfang November anstehende LeoVision. Diese Veranstaltung gibt es bereits seit zwei Schuljahren. Sie bringt Schüler, Lehrer und Eltern zusammen, damit diese ihre Zukunftsvorstellung für das Leo erarbeiten können. Auf dem SV-Seminar wurde die konkrete Gestaltung der nächsten LeoVision geplant beispielsweise mit Diskussionsinputs u. Ä. Thema Anfang November wird sein: „Wenige Neuanmeldungen – Woran liegt’s und wie ändern wir das?“ Alle Schüler, Eltern und Lehrer werden dazu nach den Ferien Einladungen erhalten.

Sehr wichtig war der SV die im letzten Schuljahr unter den Schülern vorgenommone Umfrage. Eine Gruppe hatte sich auf dem Seminar mit der Auswertung dieser beschäftigt und somit eine Basis für die SV gelegt. Tenor der Umfrage des letzten Jahres war eine insgesamt negative Stimmung in der Schülerschaft, gerade in den höheren Klassen. Für die meisten SV-Schüler war dieses Ergebnis nicht besonders überraschend, schließlich handelt es sich dabei nicht nur um eine Entwicklung des letzten Schuljahres. Im Anschluss an das Seminar hat die SV diesbezüglich einige Gespräche geführt, sodass sich auch Schüler demnächst aktiv in die Auswertung der Umfrage einbringen können und sich vor Allem mit Gedanken über notwendige Konsequenzen machen dürfen.

Wie in jedem dritten Schuljahr wird es dieses Jahr eine „Leo-goes-to…“-Fahrt geben. Dies war wieder einmal einer der beliebtesten Workshops beim Seminar. Es wurden viele Ideen für mögliche Fahrtziele entwickelt, ebenso wie über mögliche Termine. Inzwischen hat die Gruppe, die sich mit der Fahrt beschäftigt eine Vorauswahl für die Stätde Münster, Essen und Düsseldorf getroffen. Aus diesen drei Stätden werden die Schüler letztendlich ihren Favoriten wählen, nachdem die SV für jede Stadt die möglichen Attraktionen etc. vorgestellt hat. Stattfinden wird die „Leo-goes-to…“ vorraussichtlich entweder in der Zeit um die Halbjahreszeugnisse herum oder kurz vor den Osterferien, damit auch die Schüler der Qualifikationsphase 2 noch mitgenommen werden können.

Inhaltlich ist das SV-Seminar zu sehr guten und konkreten Ergebnissen gekommen, die ein aufregendes Schuljahr prophezeien. Jetzt gilt es, diese zu organisieren, weiter zu verfolgen und vor Allem in die Breite der Schülerschaft zu tragen, damit alle etwas davon haben und einige von ihnen vielleicht sogar über das Schuljahr hinaus bestand haben.

Malte Leimbach